Nahrungsergänzungsmittel für Familie und Freunde in Taiwan kaufen: Was ist erlaubt?
Das Wichtigste in Kürze
- Entscheidend ist, ob die Produkte in Taiwan weiterverkauft werden: Wer zum Eigenbedarf eingeführte, nicht amtlich geprüfte Lebensmittel in Taiwan verkauft, riskiert nach § 47 Nr. 14 des taiwanischen Lebensmittelsicherheitsgesetzes ein Bußgeld von 30.000 bis 3 Millionen TWD.
- Manche Produkte, die in Deutschland als Nahrungsergänzungsmittel gelten, werden in Taiwan als Arzneimittel eingestuft, zum Beispiel Melatonin. Wer ohne Erlaubnis Arzneimittel verkauft, riskiert 30.000 bis 2 Millionen TWD; beim Verkauf nicht zugelassener Importarzneimittel drohen auch strafrechtliche Folgen.
- Für Lebensmittel in Tabletten- oder Kapselform gilt beim Eigenbedarf: höchstens 12 Packungen pro Sorte und 36 insgesamt, in Originalverpackung.
- Für Käuferinnen und Käufer in Taiwan sind bei Daigou vor allem die Herkunft und die Lagerung schwer nachvollziehbar, deutsche Angaben werden womöglich falsch übersetzt – und bei Problemen ist oft niemand greifbar.
- Kauft eine Privatperson nicht gewerbsmäßig für andere ein, gilt das taiwanische Verbraucherschutzgesetz nicht; Streitfälle werden dann nach dem Zivilrecht geklärt.
Wer in Deutschland lebt und Familie oder Freunde in Taiwan hat, kennt die Bitte: „Kannst du mir Vitamine aus Deutschland mitbringen?“ In Taiwan ist das Einkaufen im Ausland für andere als Daigou (代購) weit verbreitet – vom Gefallen unter Freunden bis zum bezahlten Service, der die Ware über soziale Netzwerke weiterverkauft. Hier erfährst du, was nach den aktuellen Vorgaben der taiwanischen Behörden erlaubt ist, wo die Grenze verläuft und worauf deine Familie in Taiwan beim Kauf achten sollte.
Ist Daigou für Nahrungsergänzungsmittel erlaubt? Zwei Fälle unterscheiden
Ob Daigou für deutsche Nahrungsergänzungsmittel erlaubt ist, hängt davon ab, ob die Produkte in Taiwan weiterverkauft werden oder direkt aus Deutschland an eine Person zum Eigenbedarf gehen.
- Nach Taiwan mitbringen oder schicken und dort verkaufen: Die Ware wird zunächst zum Eigenbedarf eingeführt und anschließend in Taiwan über soziale Netzwerke oder Verkaufsplattformen an andere verkauft. Diese Produkte haben keine Einfuhrkontrolle durchlaufen – ihr Verkauf in Taiwan ist nicht erlaubt.
- Direkt aus Deutschland an den Empfänger zum Eigenbedarf: Das Paket geht aus Deutschland direkt an die Person in Taiwan, die das Produkt selbst verwendet. Im Rahmen der Eigenbedarfsmengen ist diese Einfuhr erlaubt. Mengengrenzen, Verzollung und das Risiko bei Problemen liegen dann aber beim Empfänger. Achte außerdem darauf, wer verkauft: Wer in Deutschland dauerhaft gewerblich verkauft, muss ein Gewerbe anmelden. Apothekenpflichtige Arzneimittel dürfen nur Apotheken verkaufen; Händler außerhalb von Apotheken dürfen nur freiverkäufliche Arzneimittel anbieten und brauchen dafür eine nachgewiesene Sachkenntnis.
Weiterverkauf in Taiwan: Welche Strafen drohen?
Wer zum Eigenbedarf nach Taiwan eingeführte Lebensmittel ohne Einfuhrkontrolle verkauft, riskiert nach § 47 Nr. 14 des taiwanischen Lebensmittelsicherheitsgesetzes ein Bußgeld von 30.000 bis 3 Millionen TWD.
| Produktart | Verstoß | Mögliche Folgen |
|---|---|---|
| Lebensmittel (inkl. Nahrungsergänzungsmittel) | Verkauf von zum Eigenbedarf eingeführten Lebensmitteln ohne Einfuhrkontrolle | Bußgeld 30.000 bis 3 Mio. TWD (Lebensmittelsicherheitsgesetz § 47 Nr. 14) |
| Arzneimittel | Verkauf von Arzneimitteln ohne Händlererlaubnis, auch von Eigenbedarfsware im Internet | Bußgeld 30.000 bis 2 Mio. TWD (Arzneimittelgesetz §§ 27, 92) |
| Arzneimittel | Verkauf oder Anbieten nicht zugelassener Importarzneimittel | Freiheitsstrafe bis 7 Jahre, zusätzlich Geldstrafe bis 50 Mio. TWD möglich (Arzneimittelgesetz § 83) |
Diese Strafen richten sich in erster Linie an die Verkäufer. Die TFDA kontrolliert nach eigenen Angaben zusammen mit Zoll und lokalen Gesundheitsämtern Expresssendungen und überwacht illegalen Online-Arzneimittelhandel und Daigou-Angebote. Für Käufer ist die praktische Frage eine andere: Wer über einen nicht erlaubten Weg kauft, kann bei Problemen kaum jemanden zur Verantwortung ziehen.
In Deutschland Nahrungsergänzungsmittel, in Taiwan Arzneimittel
Ein Produkt, das in Deutschland als Nahrungsergänzungsmittel verkauft wird, wird bei der Einfuhr nach taiwanischen Regeln eingestuft und kann dort als Arzneimittel gelten.
- Melatonin: In deutschen Drogerien als Einschlafhilfe verbreitet. In Taiwan werden Produkte mit deklariertem Melatonin seit einer Bekanntmachung des Gesundheitsministeriums von 1996 als Arzneimittel geführt.
- Hoch dosierte Vitamine und Mineralstoffe: Die TFDA unterscheidet anhand der Tagesdosis zwischen Lebensmittel, nicht verschreibungspflichtigem und verschreibungspflichtigem Arzneimittel. Vitamin D mit mehr als 800 I. E. pro Tag gilt zum Beispiel nicht mehr als Lebensmittel. Mehr dazu in Vitamine nach Taiwan schicken.
Wer über Daigou kauft, weiß meist nicht vorher, wie das Produkt in Taiwan eingestuft ist. Verkauft ein Daigou ein Arzneimittel ohne Händlererlaubnis, ist das bereits ein Verstoß – und es bedeutet auch, dass auf dem Weg von der Einfuhr bis zur Lagerung niemand prüft.
Vier Risiken neben den Vorschriften
Auch wenn Daigou im Einzelfall erlaubt ist, bleiben vier Risiken: Die Herkunft ist nicht nachvollziehbar, Transport und Lagerung sind unklar, bei Problemen ist niemand verantwortlich, und die deutschen Angaben werden womöglich falsch oder unvollständig übersetzt.
1. Die Herkunft ist nicht nachvollziehbar
Daigou-Angebote sagen meist nicht, wo und bei wem die Ware eingekauft wurde. Wie man deutsche Produkte selbst prüft, erklären wir in Echte deutsche Nahrungsergänzungsmittel erkennen.
2. Umverpackt, umgefüllt, unbekannt gelagert
Um Versandkosten zu sparen, entfernen manche Daigou-Anbieter die Faltschachtel oder füllen Produkte um. Ohne Faltschachtel fehlen oft die deutschen Pflichtangaben, die Charge und das Haltbarkeitsdatum. Die taiwanischen Eigenbedarfsmengen werden zudem ausdrücklich nach Originalverpackung gezählt. Wie lange und unter welchen Bedingungen die Ware im Koffer, in einer Wohnung oder unterwegs lag, kann der Käufer nicht nachprüfen.
3. Wer ist verantwortlich, wenn etwas schiefgeht?
Laut einer Auskunft des taiwanischen Exekutiv-Yuan ist eine Privatperson, die nicht gewerbsmäßig für andere einkauft, kein Unternehmer im Sinne des taiwanischen Verbraucherschutzgesetzes; Streitfälle werden nach dem Zivilrecht geklärt. Rechte wie der Rücktritt innerhalb von 7 Tagen beim Online-Kauf greifen dann nicht ohne Weiteres. Sitzt der Anbieter im Ausland, sind Kontakt und Ansprüche zusätzlich schwerer durchzusetzen.
4. Deutsche Angaben falsch oder unvollständig übersetzt
Verpackung und Beipackzettel deutscher Produkte sind auf Deutsch. Nicht jeder Daigou-Anbieter versteht Deutsch gut genug: Angaben zu Tagesdosis, Anwendung oder Warnhinweisen können falsch weitergegeben werden oder ganz fehlen. Besteht die chinesische Beschreibung nur aus wenigen Sätzen oder passt sie nicht zur deutschen Verpackung, kann deine Familie vor der Bestellung ein Foto der Packungsrückseite anfordern und Tagesdosis und Warnhinweise mit der Tabelle in Echte deutsche Nahrungsergänzungsmittel erkennen abgleichen.
Fünf Fragen vor der Bestellung bei Daigou oder Onlineshop
Fünf Fragen genügen, um die meisten riskanten Angebote auszusortieren: Wer verkauft, von wo wird verschickt, ist die Ware originalverpackt, passt die Menge zum Eigenbedarf, und wer hilft bei Problemen?
- Wer verkauft? Gibt es Firmenname, Anschrift und Kontakt? (Deutsche Händler haben in der Regel ein Impressum.)
- Von wo wird verschickt – aus Taiwan oder direkt aus Deutschland? Wirbt ein Shop mit Versand aus Deutschland, bietet aber gleichzeitig „Lagerware in Taiwan“ an, lohnt sich die Nachfrage, wie die Ware nach Taiwan gekommen ist: Wird zum Eigenbedarf eingeführte Ware in Taiwan verschickt, ist das Weiterverkauf.
- Ist die Ware originalverpackt, ohne geöffnete oder entfernte Faltschachtel?
- Liegt die Menge im Paket bei höchstens 12 Packungen pro Sorte und 36 insgesamt (Tabletten und Kapseln)?
- Wer ist bei Problemen Ansprechpartner, und sind Rückgabe und Kundenservice klar geregelt?
Was unterscheidet Germedi von Daigou?
Germedi ist kein Daigou, sondern eine Marke der Lancii OHG, die in Deutschland als Einzelhändler tätig ist: Nach der Bestellung schicken wir die Ware direkt aus Deutschland, und der Empfänger führt sie zum Eigenbedarf ein.
- Seit 2016 in Deutschland tätig; alle Produkte werden in Deutschland eingekauft – direkt beim Hersteller, über den deutschen Fachgroßhandel oder bei deutschen Apotheken und Drogeriemärkten.
- Versand in der Originalverpackung, ohne Umverpacken oder Umfüllen.
- Unsere chinesischen Produktbeschreibungen erstellen wir anhand der deutschen Originalverpackung; bei Unklarheiten können du oder deine Familie uns einfach schreiben. Manche Wirkaussagen, die in Deutschland zulässig sind, gelten in Taiwan als Heilversprechen – in der chinesischen Fassung passen wir sie deshalb an die taiwanischen Vorgaben an. Maßgeblich ist die deutsche Produktbeschreibung.
- Vor dem Versand prüfen wir bei jeder Bestellung die 12/36-Regel und melden uns, wenn eine Bestellung darüber liegt.
- Wir verkaufen nur Produkte, die in Deutschland auch außerhalb von Apotheken verkauft werden dürfen, keine apothekenpflichtigen Arzneimittel.
- Kundenservice auf Chinesisch und Deutsch unter info@germedi.shop; unsere Regeln zu Versand und Verzollung stehen öffentlich unter Versand und Verzollung.
Häufige Fragen (FAQ)
Darf ich Nahrungsergänzungsmittel für meine Familie nach Taiwan mitbringen?
Für Familie oder Freunde einzukaufen, ohne Geld dafür zu nehmen oder die Ware weiterzuverkaufen, ist etwas anderes als bezahltes Daigou mit Weiterverkauf. Die Eigenbedarfsmengen gelten trotzdem, zum Beispiel höchstens 12 Packungen pro Sorte und 36 insgesamt bei Tabletten und Kapseln. Arzneimittel sind nur für den eigenen Gebrauch bestimmt; das taiwanische Gesundheitsministerium rät davon ab, sie an Angehörige weiterzugeben.
Was muss meine Familie tun, wenn ich ein Paket aus Deutschland nach Taiwan schicke?
Der Empfänger in Taiwan führt das Paket zum Eigenbedarf ein. Lebensmittel in Tabletten- oder Kapselform sind bis 12 Packungen pro Sorte und 36 insgesamt von der Einfuhrkontrolle befreit. Bei Expresssendungen muss der Empfänger außerdem in der App EZ WAY eine Vollmacht für die Verzollung erteilen.
Kann man Daigou-Ware bei Problemen zurückgeben?
Das hängt davon ab, wer verkauft. Kauft eine Privatperson nicht gewerbsmäßig ein, gilt das taiwanische Verbraucherschutzgesetz nicht, und der Streit wird nach dem Zivilrecht geklärt. Bei gewerblichen Anbietern können grundsätzlich Verbraucherrechte geltend gemacht werden. In jedem Fall lohnt es sich, Produktseite, Nachrichten und Zahlungsbelege aufzubewahren.
- Taiwan Food and Drug Administration (TFDA) – Lebensmittel von Auslandsreisen mitbringen (chinesisch, 05.02.2026)Quelle für die Eigenbedarfsmengen in Originalverpackung und das Bußgeld nach § 47 Nr. 14 Lebensmittelsicherheitsgesetz beim Weiterverkauf.Abgerufen am 3. November 2026
- Taiwan Food and Drug Administration (TFDA) – Mitgebrachte Lebensmittel, Arzneimittel, Medizinprodukte und Kosmetik nur zum Eigenbedarf (chinesisch)Quelle dafür, dass per Post oder im Gepäck eingeführte Waren nur zum Eigenbedarf bestimmt sind.Abgerufen am 3. November 2026
- Taiwan Food and Drug Administration (TFDA) – Keine Arzneimittel unklarer Herkunft online kaufen (chinesisch, 08.11.2023)Quelle für die Bußgelder nach §§ 27, 92 und die Strafe nach § 83 des taiwanischen Arzneimittelgesetzes.Abgerufen am 3. November 2026
- Taiwanisches Gesundheitsministerium (MOHW) – Kontrollen des illegalen Online-Arzneimittelhandels (chinesisch)Quelle für die Kontrollen von Expresssendungen und die Überwachung von Online-Arzneimittelhandel und Daigou.Abgerufen am 3. November 2026
- Taiwanisches Gesundheitsministerium (MOHW) – Melatonin wird als Arzneimittel geführt (chinesisch)Quelle für die Einstufung von Produkten mit deklariertem Melatonin als Arzneimittel seit 1996.Abgerufen am 3. November 2026
- Taiwan Food and Drug Administration (TFDA) – Tabelle zur Einstufung oraler Vitamin- und Mineralstoffpräparate als Arzneimittel (chinesisch, 18.04.2024)Quelle für die Einstufung nach Tagesdosis, zum Beispiel bei Vitamin D.Abgerufen am 3. November 2026
- Exekutiv-Yuan, Taiwan – Auskunft zum Einkauf über Privatpersonen im Ausland (chinesisch)Quelle dafür, dass nicht gewerbsmäßig einkaufende Privatpersonen keine Unternehmer im Sinne des Verbraucherschutzgesetzes sind.Abgerufen am 3. November 2026
- Bundesamt für Justiz – § 14 GewO – AnzeigepflichtQuelle für die Pflicht zur Gewerbeanmeldung bei dauerhaft gewerblichem Verkauf in Deutschland.Abgerufen am 3. November 2026
- Bundesamt für Justiz – § 50 AMG – Einzelhandel mit freiverkäuflichen ArzneimittelnQuelle für die erforderliche Sachkenntnis beim Verkauf freiverkäuflicher Arzneimittel außerhalb von Apotheken.Abgerufen am 3. November 2026
Direkt aus Deutschland, ohne Umweg
Wir kaufen alle Produkte in Deutschland ein – direkt beim Hersteller, über den deutschen Fachgroßhandel oder bei deutschen Apotheken und Drogeriemärkten – und verschicken sie in der Originalverpackung.
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